Donnerstag, 19. April 2012

Stay strong, starve on.

"Wenn du nichts isst, lasse ich dich nicht gehen", sagt sie und stellte den Backofen runter. "Ich habe keinen Hunger", sage ich leise und drehe mich Richtung Tür. "Das sagst du jetzt seit zwei Tagen. Setz dich, wir essen was und du darfst gehen". Wenn ich mir nicht vorgenommen hätte die liebe Tochter zusein, hätte ich ihr jetzt vorgeworfen, sie würde mich erpressen. Ich setze mich, nehme Messer und Gabel in die Hand und warte, bis sie mir den viel zu vollen Teller vor die Nase stellt. "Soviel?", frage ich geschockt. Sie nickt, "Das ist nicht viel". Ich gebe ein zickiges "Doch" von mir und muss mich sofort wieder zusammenreißen. Ich esse viel. Zuviel. Und nach jedem Bissen fühle ich mich schlechter, dicker, hässlicher. Als der Teller fast leer ist, lege ich die Kabel daneben und gucke sie fragend an. "Bin stolz auf dich", sagt sie und lächelt mich an. Das was sie an Stolz gewinnt, verliere ich mit jedem Bissen.

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