"Oh mein Gott", sagt sie, guckt mich erschrocken an und fasst an meinen Hals. Ich stelle mich vor den Spiegel und sehe die roten Flecken an meinem Hals. Wir fangen an zulachen. "Muss ja ne heiße Nacht gewesen sein", flüstert sie und zwinkert mir zu. Ich werfe ihr einen Jaja-laber-nicht-soviel-blick zu und verlasse das Badezimmer. Das andere Zimmer ist warm, die anderen beiden sitzen auf dem Bett und starren mich an, als ich den raum betrete. Ich lasse mich neben ihm fallen und drücke mit meinen Fingern gegen meine Schläfen. Mein Kopf pocht, meine Glieder sind schwer. Die Tür öffnet sich und meine Freundin, der es etwas besser geht grinst uns an. "Meeensch", sagt sie lachend zu ihm und zeigt auf meinen Hals. Er guckt mich an, grinst und bringt dann ein "oh" von sich. "Erklär das mal deiner Mutter", sagt sie lachend und setzt sich auf den Stuhl gegenüber. "Ich sag einfach, du warst das", bringe ich lachend hervor und hebe den Kopf. "Schämst du dich für mich?", fragt er mich und guckt mich schmollend an. Ich schäme mich für mich selbst. Dafür, dass ich mich nicht mehr unter Kontrolle habe. Dafür, dass all das selbstverständlich wird. Dafür, dass ich nicht nein sage. "Quatsch", sage ich und stimme in das Lachen der anderen ein.
Samstag, 31. März 2012
Dienstag, 27. März 2012
Man verlässt, was man liebt, damit man nicht verlassen werden kann.
"So geht es nicht weiter", sagt sie ernst und funkelt mich böse an. Ich nicke und bringe ein leises "Ich weiß" herraus. "Du weißt was?",fragt sie mich ernst. "Dass ich mich ändern muss". Sie wirkt entspannter, "Das ist gut, denn das musst du wissen. Solange du das nicht weißt, kann sich gar nichts ändern". Ich nicke, weil ich weiß was sie meint, weil ich weiß, dass es so nicht weiter geht. "Du musst wissen was dir wichtig ist", setzt sie an, "und für was du kämpfen willst". Ich stimme ihr zu und gebe keine patzigen Antworten. Ein Mensch rennt, ein Mensch bleibt stehn und erkennt. - und ich bin viel zulange gerannt. Geflohen vor der Tatsache, dass das einzige was gleich bleibt, die Veränderung ist.
Dienstag, 20. März 2012
all i'm good at is eating
"Und du möchtest wirklich nichts?", fragt sie mich liebt und lächelt mich an. Ich schüttel den Kopf "Nein, danke. Ich habe keinen Hunger". Der Kuchen sieht wunderbar schrecklich aus. Ich würde mich am liebsten auf ihn draufstürzen und ihn in mich reinstopfen. Ich will ihn an die Wand schmeißen, gönne es ihm nicht mich fett und hässlich zu machen. "Nimm doch ein Stück, komm heute ist eine Ausnahme", sagt sie und schiebt mir ihren Teller rüber. Sie ist dünn, kann soviel essen wie sie will und nimmt nicht zu. Die Glückliche. Ich schüttel erneut den Kopf. Sie guckt mich böse an, "Man du hast schon abgenommen, du bist dünn und wunderschön, und wenn du an meinem Geburtstag nichts isst, dann..", sie guckt die anderen an, "dann bin ich verdammt böse". Ich will. Nein, ich will nicht. Ich muss. Ich muss gar nichts. Aber ich mache es. Für sie. Ich kann nicht widersprechen, nicht stark bleiben, ich kann gar nichts, außer essen.
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