Donnerstag, 26. Januar 2012

mama verzeih mir bitte, ich suche nur den weg und nehme die falschen Schritte.

Sie schlägt den Flaschenhals gegen den Stein. "Nächstes mal dürfen wir den Öffner nicht vergessen", sagt sie und stimmt in mein kleines Lachen ein. Nach 5 harten Schlägen freut sie sich sichtlich als die Flasche den Deckel abgegeben hat und nippt einmal, dann nimmt sich noch eine Flasche und schlägt weiter auf den Stein ein. Nachdem auch diese geöffnet ist, setzt sie sich neben mich  und trinkt einen Schluck. "Meine Mutter tut mir so leid.", sagt sie leise und schaut in den Himmel. "Wieso?", frage ich sie und stelle die Flasche ab. "Sie hat sowas nicht verdient, ein Kind das sich betrinkt und total falsch ist." "Keine Mutter hat das verdient.", antworte ich. Sie steht auf und guckt über das Geländer, was uns vor 40 Meter Fall schützt. "Ich liebe das hier, so frei, so schön.", sie guckt mich an und lächelt. Ich nicke. "Ja, aber leider kannst du nicht auf nem Kaufhausdach leben." Sie fängt an zulachen. "Was spricht eigentlich dagegen?" Ich überlege kurz und antworte mit einem "Nicht viel" Die  Aussicht ist unglaublich. Tausend kleine Lichter liegen über der Stadt Meine Flasche ist leer, ich nehme sie, gehe einen Schritt zurück und werfe sie mit Schwung hinein ins Lichtermeer. Das klirren ihrer Scherben beruhigt mich, erinnert mich an mein Scherbenmeer aus Gefühlen, Schmerz und den vielen Erwartungen.

Dienstag, 24. Januar 2012

i need to stop, but i don't know how .

Ich komme in die Küche und kann schon den köstlichen, widerlichen Geruch riechen der mir entgegen strömt. Pizza, wer um Himmels willen, will mich mit Pizza füttern? Mamas Gesicht lächelt mich an, "Na wir war die Schule?", fragt sie mich fröhlich. Ich stelle meine Tasche ab und werde nervös. Wie soll ich ihr jetzt erklären, dass ich diese leckere Pizza nicht in den Mund nehmen werde ? "Ganz gut.", sage ich und setze mich hin. Sie schenkt mir ein Lächeln, "Hast du Hunger?", fragt sie mich und öffnet den Backofen. Und wie. "Nicht so wirklich.", sage ich und schenke mir Wasser ein. "Och mensch.", sie guckt mich an. "Ich dachte ich mache mal was leckeres, damit du auch wieder was runterkriegst." Wie sie sich um mich kümmert, wie wichtig ich ihr bin, macht mich glücklich. Ich hab es nicht nötig schlecht über meine Mutter zu reden, auch wenn sie mich manchmal mehr als  wütend macht. Aber nein, sie ist eine tolle Frau und ich liebe sie unheimlich. "Aber nur weil du es bist.", sage ich und lächel sie an. "Mein Mädchen", sagt sie stolz und reicht mir den Teller. Es duftet so gut. Der eklige Käsegeruch steigt mir in die Nase. Eine Halbe Pizza = Eine Stunde joggen. Ein Bissen = Ein schlechtes Gewissen. 100 Bissen = selbstenttäuschung mal tausend. 


Montag, 23. Januar 2012

Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern.

hier bin ich, hörst du mich ?
hier bin ich, siehst du mich ?
hier bin ich, spürst du mich ?
meine Liebe zu dir ?
mein Verlangen nach dir?
meine Sehnsucht nach dir ?
hier bin ich, aber wo bist du ?