Sonntag, 22. Januar 2012
helden sterben schweigend.
Sie meinen du bist die einzige die versteht, warum er all das weggeworfen hat... Warum ? Ihr fragt nach dem Warum ? Geht in ein Sonnenstudio und grillt euch dort zwei oder drei Tage lang. Wenn die Haut Blasen wirft und sich abpellt, wälzt ihr euch in grobbkörnigem Salz und zieht dann langärmlige Unterwäsche aus einem Glassspliter- Stacheldraht-Mischgewebe an. Darüber tragt ihr eure normale Kleidung, hauptsache schön eng. Raucht Schwarzpulver und geht zur Schule um dort durch Reifen zu springen, Männchen zu machen und euch auf Befehl auf dem Boden hin und her zu rollen. Horcht auf das Geflüster, das sich nachts in eure Köpfe schlängelt und euch hässlich und fett und dumm und Schlampe und Hure nennt. Und " eine Enttäuschung", das ist das Schlimmste. Kotzt und hungert und ritzt und sauft, weil ihr all das nicht mehr fühlen wollt. Kotz und hungert und ritzt und sauft, weil ihr was zum Betäuben braucht, und es funktioniert. Eine Zeit lang. Aber dann wird das Betäubungsmittel zur Droge und dann ist es auch schon zu spät, weil ihr euch das Gift entzwischen schon spritzt, direkt in eure Seele. Es lässt euch verfaulen und ihr könnt nicht damit aufhören. Bei jedem Blick in den Spiegel seht ihr einen Geist. Bei jedem Herzschlag hört ihr einen Schrei und ihr wisst, dass nichts, aber auch wirklich gar nichts mit euch stimmt. " Warum?" ist die Falsche frage. Fragt lieber : "Warum nicht ?"
Freitag, 20. Januar 2012
Sprechen heißt urteilen, Schweigen heißt geurteilt haben.
Wir betreten den Raum und schließen die Tür. "Was hast du mir nun zu sagen?", frage ich ihn und hoffe auf eine schnelle Antwort. "Das mit dir, mir, uns, das muss jetzt geklärt werden", sagt er und setzt sich auf die Bank. "Ja, schieß los.", gebe ich zickig von mir und warte auf eine erneute Antwort. "Ich weiß ich hab viel falsch gemacht, aber wie oft soll ich mich da noch für entschuldigen?", unterbreche ich das schmerzende Schweigen. "Ja weiß ich, trotzdem, irgendwie glaube ich dir nicht." "Was glaubst du mir nicht?", frage ich schnell nach. "Ich höre von so vielen du magst mich nicht.", er sagt das enttäuscht, traurig. "Ich höre genau das gleiche, ich kämpfe, so wie du das früher getan hast.", versuche ich ihn aufzumuntern. Seine Antwort kommt überraschend. "Ich hab nie den Kampf gewonnen." "Weil ich doof war.", versichere ich ihm. "Gefühle hin oder her, bevor ich gehe, möchte ich wissen von wem ich behaupten kann, er war ein guter Freund.", sage ich weiter. Er guckt mich an, "Und? War ich ein guter Freund?" "Warst mal der beste, ja.", sage ich leise. "Dann kam er und es gab nur noch ihn, ihn und ihn." Ich schließe die Augen. Hör auf über ihn zu reden, hör auf mich an ihn zu erinnern. Hör auf ! "Er hat da nichts mir zu tun.", sage ich lauter und setze mich neben ihn. "Er hat dich kaputt gemacht, er hat uns kaputt gemacht, es hat alles kaputt gemacht.", sagt er sauer und ich packe mir an die Schläfe. "Das stimmt nicht.", sage ich leise. "Doch, das stimmt, das weißt du selbst." Ich stehe auf "Du hast nicht das recht so über ihn zu urteilen.", sage ich und gehe Richtung Tür. "Hab ich nicht? Du aber, los urteile mal über mich, ich wills wissen, jetzt sofort." Ich bleibe stehen, und schaue ihn an. Meine Gefühle mich mit ihm auszusprechen sind wie weggeblasen und mein Mund bleibt geschlossen. Jetzt bin ich mir sicher. Nichts wird so wie es mal war.
Mittwoch, 18. Januar 2012
Glück hinterlässt keine Narben!
Solange sie dich kontrollieren, ist alles okay, solange sie dich wie eine Puppe steuern können, sind sie zufrieden. Wenn du nicht schlafen willst, geben sie dir Tabletten, die dich müde, traurig und leblos machen. Wenn du dumm bist, versuchen sie jegliches Wissen in dich reinzustopfen. Wenn du nicht machst, was sie sagen, kontrollieren sie dich, bis du vor ihren Bildschirmen eingehst. Aber, wenn du deine Haut aufschlitzt, um deinen Panzer abzuwerfen, um frei zu sein, dann können sie nichts tun, dann sind sie hilflos.
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